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Gastprofessur Gender und Diversity
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Gastprofessur Gender und Diversity
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Arbeitsgebiete

Dr. phil. Andrea Wolffram nimmt seit Oktober 2014 für zwei Jahre die Gastprofessur „Gender und Diversity – Profession und Geschlecht“ an der Leibniz Universität Hannover wahr. Während dieser Zeit ist sie in ihrer Position als stellvertretende Leiterin der Stabsstelle "Integration Team - Human Resources, Gender and Diversity Management" an der RWTH Aachen beurlaubt. Hier arbeitet sie seit 2008 u.a. an der Konzeptentwicklung zur Implementierung und Gewährleistung chancengerechter Studien- und Arbeitsbedingungen an Hochschulen sowie Gender und Diversity sensibler Karriereentwicklungsmöglichkeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses. Sie ist zudem Gutachterin für das österreichische Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung im Programm „Sparkling Science“ und war Mitglied in der Wissenschaftlichen Kommission für die Begleitung des Akkreditierungsprozesses des Studiengangs BA Gender and Diversity an der Hochschule Rhein-Waal.

Forschungsschwerpunkte

 Die Analyse sozialer Ungleichheiten im Kontext von Bildungs- und Berufsverläufen stellen sich aus der Gender- und Diversity-Perspektive als ein komplexes Unterfangen dar. Mit Blick auf die in der Genderforschung zentrale Kategorie Geschlecht und deren Verwobenheit mit weiteren sozialen Kategorien wie u.a. soziale Herkunft, ethnischer Hintergrund, Migrationserfahrungen oder Alter lassen sich widersprüchliche Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten konstatieren. So hat es zum Beispiel eine Angleichung hinsichtlich der (hoch-)schulischen Bildungsabschlüsse zwischen Frauen und Männern gegeben und Frauen sind dementsprechend in hochqualifizierten Berufen und Professionen in steigendem Maße vertreten. Jedoch spiegelt sich diese Entwicklung in den Professionen in sehr unterschiedlicher Weise wider. Während ein Teil der Professionen, insbesondere die geistes- und sozialwissenschaftlichen Professionen, sich mit Öffnung der Hochschulen für Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts vergleichsweise schnell Frauen geöffnet haben, eroberten Frauen sich weitere Professionen, so Teildisziplinen der Naturwissenschaften, die Rechtswissenschaften und die Medizin, nach und nach. Dagegen bleiben die Ingenieurwissenschaften nach wie vor eine von Männern stark dominierte Profession. Innerhalb der Professionen finden sich jedoch wiederum vergleichbare Prozesse der primär vertikalen und horizontalen Segregation, die Frauen eher in die Randdisziplinen bzw. unterhalb der Leitungspositionen ansiedeln, wobei auch hier Veränderungstendenzen, induziert durch weitere Modernisierungsprozesse in den Geschlechterarrangements, zu beobachten sind.

Im Rahmen der interdisziplinären Gastprofessur „Gender und Diversity – Profession und Geschlecht“, die sowohl an der Fakultät für Maschinenbau als auch am Institut für Soziologie angesiedelt ist, liegen die Forschungsschwerpunkte auf Untersuchungen und Analysen innerhalb der Profession der Ingenieurwissenschaften. Die durchgeführten Projekte und Lehrveranstaltungen befassen sich mit dem Professionswandel in den Ingenieurwissenschaften, der u.a. durch den Integrationsdruck von Gender- und Diversity-Perspektiven in die Profession sowie Fragen von Chancengleichheit befördert wird. Der Wandel bezieht sich sowohl auf die Integration neuer Forschungsfragen und -perspektiven als auch auf Inklusions- und Exklusionsprozesse von Individuen.